1400 junge Aale für die Wetter
- am August 10, 2025
- von Rainer Metzger
- in Allgemein, Besatz
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Der Aal ist der vom deutschen Anglerfischerverband gewählte Fisch des Jahres 2025. Mit dieser Wahl sollen verstärkte Besatzmaßnahmen der Angelvereine, Naturschützer und der öffentlichen Träger veranlasst werden.
Auch der Angelsportverein Butzbach sowie Nachbarpächter Görlach unterstützten diese Aktion. 1200 junge Aale in der Größe von 20-30 cm wurden vom ASV in den Gemarkungen Oppershofen, Rockenberg, Griedel, Gambach, Ober-Hörgern sowie 200 Aale von Herrn Görlach in Münzenberg in die Wetter eingesetzt. Mit dieser gemeinsamen Besatzmaßnahme, so der 1. Vorsitzende des ASV Butzbach, Ralf Müller, wolle man einen kleinen Beitrag gegen die Bedrohung der europäischen Aalbestände leisten, da ihr Bestand in den Binnengewässern stark zurückgegangen ist.
Aale können nicht gezüchtet werden, sondern sich nur im Sargassomeer (bei Mexiko) fortpflanzen. Von dort aus wandern sie 4000km weit bis an die europäischen Küsten, weiter in unsere Flüsse und bleiben bis zur Laichreife im Süßwasser. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass inzwischen keine jungen Aale mehr aus der EU ausgeführt werden dürfen. Damit ist gesichert, dass der Nachwuchs unserer Aale in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet aufwachsen kann und nicht als Delikatesse in Fernost verbraucht wird. Allerdings verhinderten die Querverbauungen in den großen Flüssen sowie über 7400 Wasserkraftwerke in Deutschland, dass eine hohe Zahl von laichreifen Fischen im Alter zu ihren Laichplätzen im Sargassomeer bei Mexiko zurückkehren kann. In den nur mit mangelhaftem Schutz für Fische konstruierten Turbinen dieser Kraftwerke werden jedes Jahr Tausende von abwandernden Aalen zerstückelt. Erstaunlicherweise habenen sich die großen Umweltverbände dieses Themas überhaupt noch nicht angenommen und idealisierten die Wasserkraftwerke. Beispielhaft sei hier Schweden, wo zurückwandernde Aale vor den Kraftwerken abgefangen und mit Lastwagen ins Meer gebracht werden. Deutschland liegt auch bei den Vorgaben in den Wasserrahmenrichtlinien der EU, die Gewässer durchlässiger zu machen fast an letzter Stelle in Europa. Industrieinteressen verhindern die Umsetzung der EU-Vorgaben. Die Aalbestände in Deutschland werden zum großen Teil durch aktiven Besatz aufgebaut, den Fischer und Angler selbst bezahlen. Nur die Nutzungsmöglichkeiten der Bestände motivieren zu Besatzmaßnahmen. Die Fangmöglichkeiten werden in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. So wird beim ASV Butzbach weniger als 5% der eingesetzten Fische wieder gefangen, 95% hingegen dienen der Arterhaltung.
Die gemeinsame Besatzmaßnahme des Angelsportvereins Butzbach mit dem Nachbarpächter, so Ralf Müller, ist beispielhaft. Es wäre schön, wenn sich im nächsten Jahr noch weitere Fischereiberechtigte dieser Aktion anschließen könnten.

